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Geschichte

Katastralgemeinde Leopoldsdorf

Der bekante Forscher für Ortsnamenkunde, Dr. Hans Weigl, gliedert die Ortsnamen nach ihrer Bedeutung in vier Gruppen.
In der 2. Gruppe wird die Siedlung selbst benannt und durch eine Befügung näher gekennzeichnet: Leopoldsdorf.
Leopoldsdorf ist also ein Dorf eines Leopold, von dessen Person leider nichts bekannt ist.

Die älteste Nennung des Ortes stammte von berühmten Minnesänger Tannhäuser 1246, der einen Besitz (Lehen) in Leopoldsdorf hatte. Im Spruchlied XIV, Zeile 37ff (Manessische Handschrift) schreibt Tannhäuser:

"Ze Wienne hat ich einen Hof, der lac so rehte schone;
Liupoltsdorf was der zuo min, daz lit bi Luchse nahen;
ze Himperk hat ich schoene guot;
Got im der wirde lone!"

"... Liupoltsdorf ... daz lit bi Luchse nahen" weist eindeutig darauf hin, dass hiemit Leopoldsdorf im Marchfelde nahe Lassee, gemeint ist. OSR Hans Ricker hat in einem historischen Beitrag zur 750 Jahrfeier im Jahre 1996 bewiesen, dass Tannhäuser Leopoldsdorf im Marchfelde gemeint hat. Außerdem übermittelte die Abt. II/3 der Nö Landesregierung am 13.3.1987 aus Anlass der Markterhebung folgende Entscheidungshilfe:

Leopoldsdorf wird zwischen 1241 und 1246 erstmals in einer literarischen Quelle urkundlich erwähnt, in der kein Geringerer als der berühmte Tannhäuser Herzog Friedrich den Steitbaren besang, der ihn unter anderem auch mit diesem Ort belehnt habe.

Im 19. Jahrhundert findet man den Ortsnamen nur mehr unter Leopoldsdorf mit dem Zusatz VUMB (Virtel Unter dem MannhartsBerg). Um die Jahrhundertwende gibt es Zusätze "am Marchfeld" und "auf dem Marchfeld". Die jetzige Schreibweise - Leopoldsdorf im Marchfelde - geht auf eine Veröffentlichung im Landesgesetzblatt aus dem Jahr 1916 (laut Festsetzung der Statthalterei) zurück.

 
Ortsnamen im Laufe der Zeit
1246 "... Liupoltsdorf ...
daz lit bi Luchse nahen"
1293 Leupoltzdorf
1308 Leupoltzdorf
1400 Lewpoltsdorf
1444 Leoppoltsdorf
1521 Luiberstorff
1544 Leutmannsdorf
1634 Loibersdorf
1672 Loypersdorf
1734 Loypersdorf
1734 Loipersdorf
1736 Loibersdorff
1754 Leopoldsdorf im Marchfeld VUMB (Theresianische Fassung)
1787 Leopoldsdorf VUMB (Josefinische Fassung)
1822 Leopoldsdorf VUMB (Katastralplan)
Katastralgemeinde Breitstetten

Früher hat der Ort zur Herrschaft Orth a.d. Donau gehört und wurde 1280 erstmals erwähnt. Die Namensschreibung entwickelte sich von Praitstetten über Preynsteten und Parstetten zum jetzigen Breitstetten. 1971 wurde Breitstetten im Zuge der niederösterreichweiten Gemeindezusammenlegungen eine Großgemeinde mit Leopoldsdorf. Breitstetten ist im Grunde ein Strßenangerndorf geblieben, obwohl in jüngster Zeit Siedlungsgebiete aufgeschlossen wurden und derzeit noch werden.